Digital Storytelling: Held*innen-Geschichten …

Zielgruppe: Vorschulkinder / Grundschulkinder
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Technische Voraussetzungen: 1 Tablet pro Kleingruppe (2 bis 5 Kinder)
Software: iOS-App Puppet Pals HD Director´s Pass, alternativ: Toontastic 3d (auch für Android geeignet)
Organisationsform: ganze Gruppe und Kleingruppenarbeit (ca. 2 bis 5 Kinder)
Material: Papier und Malstifte, ggf. Verkleidungsutensilien
Lernziele: Medienerlebnisse zum Ausdruck bringen, medienkritische Haltung entwickeln, bewusste Mediennutzung, Kommunikationsfähigkeit, Wortschatzerweiterung, Kooperations- und Teamfähigkeit

Die Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen „treffen“? Paw Patrol, Ninjago, Sponge Bob oder Lady Bug in die Kita einladen und neue Abenteuer erleben? Oder selbst in die Geschichte eintauchen? Wie soll das denn gehen? Mit der iOS-App Puppet Pals HD Director´s Pass können eigene Fotos oder selbst gestaltete Figuren auf einer digitalen Puppenbühne präsentiert, bewegt und als Film abgespeichert werden. Die Audiofunktion ermöglicht das zeitgleiche Aufnehmen von Sprache, Gesang oder Tönen. Auch die Hintergründe, auf der die selbst ausgedachten Geschichten spielen, können frei gestaltet werden, z.B. gemalte Bilder, Screenshots aus der Lieblings-App oder Fotos vom Puppenhaus oder der Bauecke in der Kita …

Hintergrund: was ist Digital Storytelling?

Beim “digitalen Geschichten erzählen” = Digital Storytelling werdeen digitale Medien verwendet, um eigene Geschichten zu erzählen. Dabei stehen nicht technische oder ästhetische Perfektion im Fokus, sondern das persönliche Erleben, Erzählen, Verarbeiten. Die digitalen Geschichten regen zur Reflexion eigener Erlebnisse an, eröffnen Möglichkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Medien(inhalten) und zum Experimentieren mit digitalen Werkzeugen.

Vorbereitung

Probieren Sie die App vorher einmal aus. Sie können dazu die Vorlagen in der App verwenden, lustiger wird es aber, wenn Sie ein Foto von sich selbst nehmen und damit eine kurze Szene inszenieren. Ein ausführlicher Steckbrief zum Programm mit Anleitung und Ideen zum Einsatz in der Praxis ist hier zu finden: www.blickwechsel.org/BildungshAPPchen/Steckbriefe/Puppet-Pals.pdf

Tipp: wenn Ihnen keine iOS-Geräte zur Verfügung stehen, ist die App Toontastic 3d eine gute Alternative, um auch auf Androidgeräten kurze Animationsfilmen zu erstellen: lehrerweb.wien/praxis/software-apps/toontastic-3d

So wird´s gemacht

Alle sitzen im Stuhlkreis. Fragen Sie die Kinder, ob sie Lust haben, mit ihren Lieblingsmedienfiguren neue Geschichten zu erfinden. Zeigen Sie das Beispielfilmchen, das Sie zuvor mit Puppet Pals erstellt haben. Geben Sie den Kindern dann die Möglichkeit, selbst mit der App zu experimentieren. Teilen Sie dazu die Gruppe in Kleingruppen mit maximal 5 Kindern. Wenn ausreichend Technik und Betreuungspersonen vorhanden sind, können alle gleichzeitig die App kennenlernen. Wenn nicht, können die anderen Kinder ihre Medienlieblinge als Ganzkörperfiguren zeichnen. Lassen Sie die Kinder auch Ganzkörperfotos von sich machen, diese können dann wie Stabpuppen auf der digitalen Bühne agieren. Sich auf diese Weise selbst zu sehen und zu inszenieren, macht den Kindern großen Spaß.

Erklären Sie den Kleingruppen die einzelnen Schritte der App, während die Kinder es direkt selbst ausprobieren: wie die Figuren und der Hintergrund ausgewählt, wie die Figur bewegt und der Hintergrund gewechselt werden kann.
Über die Funktion „add actor from Photo“ in der App können die Kinder ihre gemalten Medienfiguren abfotografieren und sie in der App so zuschneiden, dass die Figuren jeweils freigestellt sind. Sie können auch Fotos von sich selbst entsprechend zuschneiden.
Gleiches gilt für den Hintergrund: auch hier können eigene Vorlagen verwendet werden. Der Hintergrund sollte möglichst nicht zu unruhig sein, das lenkt zu sehr vom Inhalt ab. Nahaufnahmen von einer Wiese oder einer Hecke, von einer sonnenbeschienenen Pfütze oder von Oberflächenstrukturen (z. B. von einem Schwamm, einer Baumrinde, Moos u. Ä.) geben einfache, wirkungsvolle Hintergründe ab.

Wenn die Kinder mit den Grundfunktionen der App vertraut sind, kann es losgehen: die Kinder wählen ihre „actors“, also die zuvor ausgeschnittenen Medienlieblinge und Fotos von sich selbst, und einen „backdrop“ – also den Hintergrund. Dann drücken sie den Aufnahmeknopf und bewegen ihre Figuren.

Abschluss

Wenn Ihnen ein Beamer zur Verfügung steht, können die entstandenen Filme eindrucksvoll im abgedunkelten Raum projiziert werden. Geben Sie den Kinder die Gelegenheit, auch nochmal von den Medienheld*innen zu erzählen, die im Film vorkommen. Was mögen sie daran? Welche Szenen ihrer Lieblingsendungen sind vielleicht besonders eindrucksvoll gewesen? Gespräche über Medienerlebnisse eröffnen Kindern Verarbeitungshilfen.
Lassen Sie die Kinder erklären, wie der Film entstanden ist. Die Beschreibung der Arbeitsschritte regt die Auseinandersetzung mit den eigenen Lernfortschritten an.

Zum Weiterlesen

www.blickwechsel.org/BildungshAPPchen/Steckbriefe/Puppet-Pals.pdf
Ausführlicher Steckbrief zum Programm mit Anleitung und Ideen zum Einsatz in der Praxis

medienundbildung.com/fileadmin/dateien/pdfs/mec-Anleitungen/mec-Anleitung_Puppet_Pals.pdf
Puppet Pals HD Director ́s Pass –eigene Trickfilm-Figuren zum Leben erwecken

www.medienbildung-muenchen.de/wp-content/uploads/einrichtungen-fachtage-projekte/kommbi/01_kommbi-proj-kita.pdf
Praxisbericht zum Einsatz der Apps Stop Motion, ChatterPix, Sketches und PuppetPals HD

www.bremische-landesmedienanstalt.de/kita-blexerstrasse-bremen
Praxisbericht: Vom digitalen Filmdreh zum analogen Theaterstück

apps4school.wordpress.com/2017/01/30/englisch-sprechen-mit-puppet-pals-hd
Methodische Anregung: Englisch sprechen mit Puppet Pals HD

jugendplattform.inklusive-medienarbeit.de/wordpress/puppen-theater-als-app-puppet-pals-2-vs-opera-maker
NIMM!, das Netzwerk Inklusion mit Medien hat die App Puppet Pals mit der App Opera verglichen: “(Puppen-)Theater als App: Puppet Pals 2 vs. Opera Maker”