Über Medienvorlieben reden

Zielgruppe: Vorschulkinder / Grundschulkinder
Dauer: jeweils ca. 1 bis 1,5 Stunden, an mehreren Vormittagen
Technische Voraussetzungen: ggf. 1 Tablet oder 1 PC pro Kleingruppe (2 bis 5 Kinder)
Software: ggf. ausgewählte Bilderbuch-Apps
Organisationsform: ganze Gruppe und Kleingruppenarbeit (ca. 2 bis 5 Kinder)
Material: ggf. großer Pappkarton für Papp-TV-Gerät
Lernziele: Medienerlebnisse zum Ausdruck bringen, medienkritische Haltung entwickeln, bewusste Mediennutzung, Kommunikationsfähigkeit, Wortschatzerweiterung, Kooperations- und Teamfähigkeit
Medienspuren

Medien und ihre Inhalte sind alltägliche Begleiter von Kindern, sind Freizeitaktivität, Unterhaltungs- und Informationsmittel und spielen auch als Sozialisationsfaktor eine Rolle. Die Medienvorlieben und -erlebnisse von Kindern eröffnen vielfältige Sprachanlässe.
Im Gespräch über ihre Medienerlebnisse, über Vorlieben und Abneigungen erzählen die Kinder viel von sich selbst. Dadurch werden Reflexionsprozesse angestoßen und Verarbeitungshilfen eröffnet. Ergänzend können Mal-, Spiel- und Bastelangebote zum Thema gemacht werden.

Gespräche über Medien(-inhalte)

Fragen Sie die Kinder, was sie gerade gesehen, gehört, gelesen oder gespielt haben. Fragen Sie genauer nach, wenn die Kinder einzelne Figuren, Sendungen oder Spiele nennen, und lassen Sie sich erzählen, worum es da geht. Versuchen Sie herauszufinden, was die Kinder an den Figuren und Inhalten fasziniert, was ihnen gefällt, sie gruselt oder ängstigt.

Wichtig ist dabei, dass Sie offen und interessiert nachfragen. In einer offenen, nicht wertenden Gesprächsatmosphäre erzählen die Kinder gerne und engagiert von den Gründen für ihre Vorlieben und somit auch einiges über sich selbst und ihren aktuellen Themen und Interessen. Dabei ist es besonders wichtig, dass auf Akzeptanz der Vorlieben geachtet wird.

Ein großer Fernseher, den Sie gemeinsam aus einem großen Karton basteln, kann als Inspiration für Rollenspiele dienen: die Kinder können im Fernsehgehäuse Szenen nachspielen oder eigene Geschichten, Nachrichten, Werbespots o.Ä. ausdenken und inszenieren.

Held*innen-Geschichten gemeinsam lesen

Wählen Sie zum Vorlesen auch mal die Bücher aus, in denen die Held*innen der Kinder ihre Abenteuer erleben. Ergänzend zur klassischen Bilderbuch-Lesung kann das Tablet eingesetzt und ein Bilderbuchkino initiiert werden – entweder mit Bilderbuch-Apps oder mit dem PDF zum Buch. Viele Verlage bieten diese kostenlos zum Download an. Gehen Sie dazu auf die Seite der Verlage und geben Sie im Suchfeld das Stichwort “Bilderbuchkino” ein. Falls der Verlag den Service anbietet, finden Sie dann die Liste der zur Auswahl stehenden Bilderbuch-PDFs. Das klassische Bilderbuch wird weiterhin benötigt, aber die ganze Gruppe kann über den Beamer die Bilder zum Text sehen.

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Medientipps: Heldenhafte Vorlesestunde
Elsa & Olaf, Feuerwehrman Sam, Paw Patrol … Die fünfte Medientippliste des Projektes #medienvielfalt der Stiftung Lesen zeigt, wie sich Geschichten von Kinderheld*innen in Büchern, Apps und Hörspielen gemeinsam mit Kindern entdecken und in den (Kita-)Alltag einbinden lassen.
Mit aktuellen Medientipps und leicht umsetzbaren Anschlussaktionen stellt die Stiftung Lesen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend pädagogischen Fachkräften Ideen für die Gestaltung von Vorlese-Aktionen vor.

Der “Medien-Tag”

Initiieren Sie einen Medien-Tag, an dem die Kinder, ihre Medienhelden und -heldinnen als Buch, Foto, Plüschtier, Sammelkarte oder auf Kleidungsstücken, Bechern, Taschen, Brotdosen u.Ä. mitbringen können. Die mitgebrachten Dinge werden im Stuhlkreis vorgestellt und besprochen: Wer / was ist das? Worum geht es in der Sendung / dem Spiel / Buch / Hörspiel? Warum magst du das? Was gefällt dir besonders? Was gefällt dir nicht so gut?
Vielleicht können die Medien-Mitbringsel eine Weile in der Kita bzw. Schule bleiben. Als “Mediengalerie” liefern sie immer wieder Gesprächsanlässe und können Katalysator für weitere Mal- oder Rollenspielangebote sein.

Vertiefung

→ Die etwas größeren Kinder können auch dazu angeregt werden, sich kritisch mit Vorbildern und Vorurteilen auseinanderzusetzen und für stereotype Rollenbilder sensibilisiert werden. Muss `der starke Held´ wirklich immer stark sein oder hat er nicht auch manchmal Angst? Will die Prinzessin immer gerettet werden oder kann sie sich vielleicht ganz gut selber helfen? Im weiteren Gespräch können Sie sich mit den Kindern darüber unterhalten, wie Männer/Jungen bzw. Frauen/Mädchen dargestellt werden, welche Erwartungen an sie gestellt werden und was die Kindern davon halten.
In einem Foto-Shooting können die Kinder mit Rollenstereotypen spielen, sie nachstellen aber auch variieren und neu interpretieren.

Links / Literatur / Material zum Thema

Medienführerschein Bayern
Themenmodul: So stark, so schlau, so witzig – Medienhelden unter die Lupe nehmen und einordnen. Stiftung Medienpädagogik Bayern, München 2019
www.medienfuehrerschein.bayern/Angebot/Elementarbereich/Module/18_Medienkompetenz_fuer_die_Kleinsten.htm

MekoKitaService – Thema im Blick: Heldinnen und Helden.
„Die ist so stark! Der ist so lustig!“ Medienfiguren – Helden der Kinder.
Landesanstalt für Medien NRW (LfM), März 2014
mekokita.gmk-net.de/newsletter/heldinnen-und-helden

MekoKitaService Oktober 2014 – Thema im Blick: Wie Kinder fernsehen. Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Oktober 2014
mekokita.gmk-net.de/newsletter/wie-kinder-fernsehen

Stiftung Medienpädagogik Bayern
Kindergartenkinder und ihre Medien. Informationen, Anregungen und Erziehungstipps für Eltern.
München 2017
www.stiftung-medienpaedagogik-bayern.de

www.bibernetz.de/wws/blickpunkt-fernsehen.html
Der BIBER-Blickpunkt “Gutes Fernsehen, schlechtes Fernsehen” widmet sich dem ambivalenten Verhältnis, das Erziehende – Eltern wie Fachkräfte in den Kindergärten – zum Medienkonsum haben.

Roboom, Susanne
Medien zum Mitmachen. Impulse für die Medienbildung in der Kita.
S. 7 – 12: Medien zum Thema machen.
Verlag Herder. Freiburg 2019

Roboom, Susanne
Mit Medien kompetent und kreativ umgehen. Basiswissen und Praxisideen.
S. 22 – 51: Sprache, Literacy und Medien – Sehen, hören, erzählen …
Beltz Nikolo. Weinheim 2019

Flimmo – Fernsehen mit Kinderaugen www.flimmo.de
Hrsg.: Programmberatung für Eltern e.V.
Der FLIMMO erscheint dreimal jährlich und bietet Fachkräften und Eltern Orientierungshilfen rund um die Fernseherziehung. Sendungen werden nach den drei Rubriken „Kinder finden's prima”, „Mit Ecken und Kanten” und „Nicht für Kinder” zugeordnet.
Bestellung: www.flimmo.de/ueber-flimmo/broschuere-bestellen

medienkindergarten.wien/audiovisuelle-medien/medienerlebnisse-verarbeiten
Grundlageninformationen und Methoden zur Verarbeitung und Reflexion von Medienerlebnissen