Tipps zur Zusammenarbeit mit Eltern

Wecken Sie mit einer ansprechenden Einladung das Interesse der Eltern und vermeiden Sie den pädagogischen Zeigefinger, denn ein schlechtes Gewissen haben viele Eltern oft sowieso schon, weil nicht wenige von ihnen Medien auch als Babysitter nutzen. Hier finden Sie Anregungen zur Planung eines Elternabends und zur Gestaltung einer Einladung.

Vorbereitung & Einladung

Planen Sie die Veranstaltung möglichst nicht länger als 2 Stunden und möglichst nicht konkurrierend mit lokalen Festivitäten, wichtigen Sportereignissen oder am Abend vor einem langen Wochenende. Viele Eltern wissen auch ein Angebot am Nachmittag zu schätzen, bei dem die Kinder noch in der Kita bleiben und dort betreut werden. Wenn sie dort auch Werke ihrer Kinder zu sehen bekommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, auch die Eltern zu ereichen, die eine solche Veranstaltung sonst nicht unbedingt besuchen würden.

Medienlieblinge_Collage_Blickwechsel

Gestalten Sie die Einladungen vielleicht sogar gemeinsam mit den Kindern. Dazu können z.B. Lieblingsmedienfiguren gemalt werden. Oder Sie schneiden gemeinsam Slogans und Medienfiguren aus Fernsehzeitschriften oder Kindermagazinen aus und basteln bzw. verzieren damit die Einladung.
Hier finden Sie zwei Dokumente mit Textbausteinen, die Sie für Ihre Veranstaltung verwenden und anpassen können:

Inhalte & Methoden

Einstieg
Bewährt hat sich ein aktivierender Einstieg z.B. mit der HeldInnen-Wäscheleine, bei der Fotos von verschiedenen Medienstars im Raum aufgehängt sind und die Eltern sich zu Ihren Vorlieben und Abneigungen äußern können. Ziel dieser Einstiegsmethode ist, dass Eltern für die Bedeutung von Medienfiguren für Kinder sensibilisiert werden, über Funktionen von Idolen nachdenken und sich kritisch mit Vorbildern und Vorurteilen auseinandersetzen.

  • Methodenbausteine für die Elternarbeit: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Werkstattbuch Medienerziehung
    Zusammenarbeit mit Eltern in Theorie und Praxis. Köln 2016. kostenloser Download der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Input
Je nach konkretem Thema der Veranstaltung erhalten die Eltern dann grundlegende Informationen. Planen Sie den Input bei einer rund 2-stündigen Veranstaltung möglichst nicht länger als 15 bis maximal 30 Minuten, damit ausreichend Zeit für Austausch und Diskussion bleibt.

Diskussion & Abschluss
Achten Sie darauf, die Eltern nicht zu belehren oder ihnen zu sagen, wie die familiäre Medienerziehung „richtig“ funktioniert, sondern regen Sie eine gemeinsame produktive Auseinandersetzung an. Es gibt keine Patentrezepte! Eltern sollten ein Verständnis dafür entwickeln, das Medien kein Mittel zur Belohnung oder Bestrafung sind und nicht als Babysitter genutzt werden sollten.

Hier finden Sie Antworten zu den häufigsten Elternfragen von Kindergarten- und Grundschulkindern:
www.schau-hin.info/medien/tv-film/elternfragen/3-6-jahre.html
www.schau-hin.info/medien/tv-film/elternfragen/7-10-jahre.html

Überlegen Sie gemeinsam, wie problematische Situationen aufgelöst und Vereinbarungen getroffen werden können. Stellen Sie den Eltern den Mediennutzungsvertrag (www.mediennutzungsvertrag.de) vor und geben Sie ihnen hilfreiche Materialien und Surftipps mit nach Hause.

Zum Weiterlesen

www.blickwechsel.org/medienpaedagogik/praxis-methoden
Tipps, Links und Materialien rund um Planung und Durchführung von Eltern-Informationsveranstaltungen

Über Medien reden – der Elternabend im Kindergarten
Susanne Roboom | veröffentlicht auf gutes-aufwachsen-mit-medien.de
Diese Anleitung beschreibt mit hilfreichen Tipps und Informationen, wie man mit Eltern gut und erfolgreich über Medien ins Gespräch kommt.