Medien im Bildungseinsatz

Medienbildung aus konstruktivistischer Perspektive

Als Erwachsene haben wir eine recht klare Vorstellung, wie eine gelungene Mediennutzung bei Kindern aussehen könnte: kreativ, selbstbestimmt, gewinnbringend, Alternativen kennend, kritisch. Aber wie lässt sich das vermitteln? „Eintrichtern“ funktioniert nicht, das lehrt der Konstruktivismus. Als Kernaussage des Konstruktivismus könnte man etwas zugespitzt formulieren: „Kinder eignen sich ihre Wirklichkeit selbst an, sie können nicht gebildet werden, sondern sich nur selbst bilden.“ Erziehende können auf diese Konstruktion nur bedingt Einfluss nehmen. Vielmehr ist es notwendig, eine Lernumgebung zu schaffen, die Kinder im Selbstlernprozess unterstützt:

  • Zeit und Möglichkeiten zum Ausprobieren und Erkunden der Medien muss gegeben sein. Kinder setzen Foto, Mikrofon usw. vielleicht ganz anders ein, als wir uns das vorstellen oder wünschen. Impulse zur Mediennutzung von Seiten der Erziehenden sollen Anregungen sein, neue Möglichkeiten der Nutzung zu erschließen.
  • Lass es mich selbst tun … Mediennutzung wird im praktischen Umgang erlernt, nicht in der theoretischen Vermittlung.
  • Medien müssen im Alltag verfügbar sein und nicht nur zu Projekten unter Aufsicht eingesetzt werden. Der Impuls des Kindes, z.B. den Fotoapparat einsetzen zu wollen, bedeutet eine echte Lernchance, da die Eigeninitiative vorhanden ist. Erziehende sollten dabei unterstützen und „zur Seite stehen“ ohne zu belehren.
  • Vielfältige, kreativ einsetzbare Medien wecken die Neugierde der Kinder. Sie sollten präsent sein und nicht verschlossen oder in einem gesonderten Raum stehen.
  • Medienpraxis muss an die kognitiven und emotionalen Strukturen der Kinder andocken. Sie soll nicht überfordern, aber auch nicht langweilen, soll spannend, interessant, hilfreich, nützlich sein.
  • Wollen Erziehende einen Lernprozess mit Medien initiieren, müssen sie bei den Kindern Interesse und Begeisterung wecken.
  • Die Inhalte und Themen müssen interessant und relevant für die Kinder sein. Dann entsteht die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, die eine Voraussetzung für konstruktivistische Lernprozesse ist. Deshalb sollten in der Medienpraxis die Themen und Wünsche der Kinder aufgegriffen werden.
  • Kinder sollen gemeinsam mit Gleichaltrigen die Möglichkeiten der Mediennutzung entdecken und erforschen können.
  • Im Finden eines eigenen Medienumgangs ist die Meinung der Gleichaltrigen spätestens im Jugendalter wichtiger als die der Erziehenden. Das gemeinsame Ausprobieren, Entdecken und Diskutieren der Möglichkeiten unter den Gleichaltrigen hat Priorität vor dem Vermitteln durch Erwachsene.